EIC: Accelerator Pilot

Das Bild zeigt einen Business Plan auf einem Tisch, umgeben von einer Brille, einem Kugelschreiber und einem Diagramm

Seit 2014 richtet sich das ehemalige "KMU-Instrument", nun EIC Accelerator Pilot, an innovative und ehrgeizige KMU mit europäischen und globalen Ambitionen. KMU können konkrete Innovationen zur Marktreife und darüber hinaus entwickeln. Das Instrument vereint eine themenoffene Förderung mit einer schnellen Förderentscheidung - ab dem 9. Oktober 2019 nun auch mit der Option, Beteiligungskapital in Kombination mit Fördergeldern zu beantragen.

Ein Instrument nur für KMU

Der EIC Accelerator Pilot richtet sich auf europäischer Ebene ausschließlich an kleine und mittlere Unternehmen mit Wachstumspotenzial, einer risikoreichen Idee mit hohem Marktpotenzial und Innovationsgrad sowie europäisch bzw. international ausgerichteter Geschäftstätigkeit. Verfolgt wird dabei ein themenoffener Ansatz. Neben technologischen können auch nicht-technologische Innovationen, wie z. B. soziale Innovationen oder Innovationen im Dienstleistungssektor, unterstützt werden.

Berechtigt zur Antragstellung sind ausschließlich einzelne KMU, die gewinnorientiert agieren (keine gGmbHs), welche die KMU-Kriterien der Europäischen Union erfüllen und ihren Sitz in den EU-Mitgliedstaaten oder in einem der an Horizont 2020 assoziierten Land haben. Als Unterauftragnehmer können Forschungseinrichtungen, Hochschulen oder größere Unternehmen das geförderte KMU unterstützen.

Förderung bis zur Markteinführung

Der EIC Accelerator Pilot stellt eine Unterstützung für KMU bis zur Marktreife und darüber hinaus zur Verfügung:

  • Umsetzung - vom Konzept zur Marktreife – und im Falle der Beantragung von Beteiligungskapital (Blending)  – in den Markt hinein,
  • "Business Acceleration Services" zur Unterstützung der Kommerzialisierung während und im Anschluss an die Projektdurchführung.

Fördergelder werden für den Accelerator beantragt. Bei Antragstellung muss der Technologiereifegrad TRL 5 / 6 vorliegen. Das heißt, die Forschung sollte abgeschlossen und die Technologie in relevanter Umgebung überprüft sein (TRL 5) oder ein funktionsfähiger Demonstrator (TRL 6) vorliegen. Gefördert wird in der Regel die marktnahe Entwicklung ab "Demonstration unter Einsatzbedingungen". Der EIC Accelerator Pilot ist sehr selektiv. Nur die besten Anträge haben eine Chance auf Förderung.

Der EIC Accelerator Pilot

Im Accelerator werden während der ein- bis zweijährigen Projektlaufzeit Innovations- und abschließende Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Darunter fallen Aktivitäten wie Demonstration, Tests, Erstellung von Prototypen, Pilotmaßnahmen, Scale-up, Miniaturisierung oder Design bis hin zur Marktumsetzung. Bei der Förderung gibt es zwei Optionen:

  • eine rein zuwendungsbasierten Förderung zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro oder
  • eine aus einer Zuwendung und einer Kapitalfinanzierung bestehende Mischfinanzierung ("blended financing"), auch für weiterführende Marktaktivitäten.

Eine Mischfinanzierung kann ab dem Stichtag 9. Oktober 2019 beantragt werden. Sie besteht aus einer nicht-rückzahlbaren Zuwendung zwischen 0,5 und 2,5 Millionen Euro und aus Beteiligungskapital von bis zu 15 Millionen Euro.

Die Förderquote beträgt 70 %.

Erfolgreiche Antragstellende haben die Möglichkeit, Coaching- und Mentoring-Angebote unterstützend (bis zu zwölf Tage) wahrzunehmen.

Business Acceleration Services

Zusätzlich zu den Coaching- und Mentoring-Angeboten können KMU, die eine Accelerator Förderung erhalten  haben, sogenannte Business Acceleration Services in Anspruch nehmen. Hierbei handelt es sich um Unterstützungsmaßnahmen zur Erleichterung des Markteintritts. Die Maßnahmen umfassen eine Reihe zusätzlicher Angebote in Form von Schulungen, Kontakten zu Investoren, Vernetzung mit anderen EIC-KMU oder größeren Firmen sowie Programme für die Teilnahme an ausländischen Messen. Auch wird der Zugang zu Finanzinstrumenten der EU (InnovFin) und/oder privaten Investoren erleichtert werden.

Bewertungskriterien

Die Anträge werden im Begutachtungsprozess nach den Kriterien Innovationsstärke ("Excellence"), Marktfähigkeit ("Impact") und Qualität der Umsetzung ("Implementation") bewertet. Im Fokus stehen dabei Aspekte wie das Risiko- und Marktpotenzial, der europäische Mehrwert (warum EU-Förderung statt nationaler Förderung?) und das Alleinstellungsmerkmal (Unique Selling Point (USP)). Zudem werden die Umsetzungskapazitäten und das Entwicklungspotenzial der KMU sowie deren Kommerzialisierungsstrategie bewertet.

Die Bewertung wird in einem zweistufigen System (s.u.) durch Gutachterinnen und Gutachter vorgenommen, die eine Förderempfehlung aussprechen. Die Europäische Kommission sucht, insbesondere auch für den EIC Accelerator Pilot, Expertinnen und Experten mit Industrieerfahrung oder Investoren, die Interesse haben, Begutachtungen im Auftrag der Kommission bzw. der Exekutivagentur für KMU, EASME, durchzuführen. Interessierte können sich über das Funding & Tenders Portal registrieren. Expertinnen und Experten, die sich in die Datenbank der Europäischen Kommission als Gutachter eintragen, können weiterhin als Antragstellende an allen Förderbereichen von Horizont 2020 teilnehmen. Sind Sie als Gutachterin bzw. Gutachter für einen Stichtag aktiv, dürfen Sie zu diesem Stichtag keinen Antrag im EIC Accelerator Pilot stellen. Die Teilnahme am Begutachtungsprozess bietet wertvolle Einblicke, die bei der Erstellung eigener Anträge hilfreich sein können.

Ausschreibungen für 2018 - 2020

Für den EIC Accelerator Pilot können laufend Anträge bis zum jeweiligen Stichtag ("cut-off date") eingereicht werden. Es gibt in der Regel vier Stichtage pro Jahr. Die Anträge sind online einzureichen und können bis zum Stichtag jederzeit überarbeitet werden. Im Anschluss an die Stichtage beginnt die Begutachtung der Projektanträge. Im Accelerator erfolgt die Begutachtung zweistufig. Nach dem Online-Verfahren werden in der zweiten Stufe zusätzlich besonders erfolgversprechende Antragstellende zum Interview nach Brüssel eingeladen. Dort stellen sie ihr Vorhaben einem Experten-Panel vor. Die Anträge der KMU mit den überzeugendsten Interviews werden zur Förderung ausgewählt. Die Wiedereinreichung abgelehnter Anträge ist möglich, sobald der Ablehnungsbescheid bei den Antragstellenden eingegangen ist.

Die Organisation der Evaluierung des EIC Accelerator Pilots nimmt die Exekutivagentur für KMU (EASME) wahr.